Einleitung
Martina Wziontek ist eine deutsche Architektin und engagierte Humanitäre, die vor allem als Gründerin von Burundikids e.V. bekannt wurde. Der gemeinnützige Verein setzt sich seit 2003 für benachteiligte Menschen in Burundi ein und konzentriert sich besonders auf Bildung, Gesundheit, Kinder- und Frauenrechte, Armutsbekämpfung sowie den Schutz der Umwelt.
Ihr Weg zur Entwicklungsarbeit begann nicht ursprünglich in der klassischen humanitären Arbeit, sondern in ihrem Beruf als Architektin. Eine Reise nach Ruanda und Burundi im Jahr 2002 veränderte jedoch ihre Perspektive nachhaltig. Gemeinsam mit der Kriegs- und Krisenfotografin Ursula Meissner besuchte Wziontek die Region und erlebte die Folgen von Armut, Krieg und sozialer Ausgrenzung unmittelbar. Diese Erfahrungen führten schließlich zur Gründung von Burundikids.
Heute steht Martina Wziontek für ein langfristig angelegtes Engagement, das nicht allein auf kurzfristige Hilfe ausgerichtet ist. Im Mittelpunkt steht vielmehr die Idee, Menschen bessere Chancen zu eröffnen und ihre Eigenständigkeit zu stärken.
Der Beruf als Architektin
Bevor Martina Wziontek zu einer bekannten Persönlichkeit im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit wurde, war sie als Architektin tätig. Ihr beruflicher Hintergrund sollte später eine besondere Bedeutung für ihre humanitäre Arbeit bekommen, denn viele Projekte von Burundikids betreffen den Bau und die Verbesserung von Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen.
Die Architektur ermöglichte ihr, nicht nur finanzielle Unterstützung zu organisieren, sondern auch konkrete bauliche Projekte zu planen und umzusetzen. Damit konnte sie ihre beruflichen Kenntnisse direkt in die Entwicklungsarbeit einbringen.
Ein Beispiel für diese Verbindung zwischen Architektur und humanitärer Arbeit ist das Thilo Kehrer Zentrum in Gitega. Martina Wziontek erarbeitete die Baupläne für das Jugendzentrum, dessen Konzept gemeinsam mit Jugendlichen und lokalen Partnern entwickelt wurde. Das Zentrum wurde im Sommer 2022 eröffnet und bietet jungen Menschen kulturelle, sportliche und berufliche Möglichkeiten.
Die Reise nach Burundi im Jahr 2002
Der entscheidende Wendepunkt in Martina Wzionteks Leben war eine Reise im September 2002. Sie begleitete die Kriegs- und Krisenfotografin Ursula Meissner nach Ruanda und Burundi. Für Wziontek war es die erste Reise in eine Krisenregion. Dort wurde sie mit einer Armut konfrontiert, die sie tief bewegte.
Während dieser Reise lernte sie Verena Stamm kennen. Die ehemalige deutsche Krankenschwester lebte bereits seit Jahrzehnten in Burundi und hatte aus eigener Initiative Einrichtungen für Straßen- und Waisenkinder aufgebaut.
Die Begegnung mit Stamm wurde zu einem wichtigen Ausgangspunkt für Wzionteks späteres Engagement. Sie war von deren persönlichem Einsatz beeindruckt und entschied sich, die Arbeit vor Ort langfristig zu unterstützen.
Aus einer einzelnen Reise entwickelte sich dadurch eine dauerhafte Verbindung zu Burundi. Wziontek wollte nicht nur einmalige Hilfe leisten, sondern Strukturen schaffen, die Kindern und Jugendlichen langfristig bessere Perspektiven ermöglichen.
Gründung von Burundikids e.V.
Im Juli 2003 gründete Martina Wziontek den gemeinnützigen Verein Burundikids e.V. Die Organisation ist konfessionell und politisch unabhängig und verfolgt das Ziel, besonders benachteiligte Menschen zu unterstützen und ihre Selbstständigkeit zu fördern.
Von Beginn an spielte die Zusammenarbeit mit der Fondation Stamm eine wichtige Rolle. Die Organisation wird von Verena Stamm geleitet, die seit 1972 in Burundi lebt. Durch ihre langjährige Erfahrung und ihre lokalen Kenntnisse konnte die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Burundi direkt organisiert werden.
Burundikids konzentriert sich nicht nur auf einzelne Hilfsmaßnahmen. Bildung, Gesundheit, Kinderschutz, Frauenrechte, die Förderung von Mädchen und jungen Frauen, Armutsbekämpfung und Umweltschutz gehören zu den übergeordneten Zielen des Vereins.
Ein zentraler Gedanke besteht darin, Menschen nicht dauerhaft von Hilfe abhängig zu machen, sondern ihnen Möglichkeiten zur eigenständigen Entwicklung zu eröffnen.
Bildung als Schwerpunkt der Organisation
Bildung gehört zu den wichtigsten Bereichen der Arbeit von Burundikids. Die Organisation betrachtet Bildung als entscheidende Voraussetzung dafür, dass Menschen langfristig bessere Lebensbedingungen erreichen können.
In Burundi unterstützt der Verein verschiedene Bildungsprojekte und Einrichtungen. Dazu gehören Schulen, Ausbildungsangebote und Projekte für Jugendliche. Auch die Förderung junger Frauen spielt eine wichtige Rolle.
Ein Beispiel für die praktische Arbeit ist das Thilo Kehrer Zentrum in Gitega. Das Jugendzentrum bietet unter anderem kulturelle, sportliche und berufliche Aktivitäten. Bei der Planung wurden die Wünsche und Bedürfnisse von Jugendlichen aus dem Umfeld einer technischen Schule berücksichtigt.
Die Verbindung von Bildung, beruflicher Qualifikation und sozialer Unterstützung soll jungen Menschen ermöglichen, eigene Zukunftsperspektiven aufzubauen.
Engagement für Kinder und Frauen
Neben der Bildung stehen Kinder- und Frauenrechte im Mittelpunkt von Burundikids. Besonders benachteiligte Kinder benötigen Schutz und Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung.
Der Verein unterstützt deshalb Projekte, die Kindern und Jugendlichen bessere Lebensbedingungen ermöglichen. Gleichzeitig setzt sich Burundikids für Mädchen und junge Frauen ein, die in vielen Bereichen mit besonderen sozialen und wirtschaftlichen Hindernissen konfrontiert sind.
Die Arbeit umfasst auch gesundheitliche Unterstützung. Nach Angaben des Vereins konnten unter anderem ein Krankenhaus mit modernem Operationssaal und Labor sowie weitere Einrichtungen realisiert werden. Außerdem wurden verschiedene mikroökonomische Projekte umgesetzt.
Damit verbindet die Organisation soziale, medizinische und wirtschaftliche Ansätze. Das Ziel besteht darin, nicht nur einzelne Probleme zu behandeln, sondern langfristig bessere Voraussetzungen für die betroffenen Menschen zu schaffen.
Architektur als Teil ihrer humanitären Arbeit
Martina Wzionteks besondere Rolle liegt darin, dass sie ihre architektonischen Fähigkeiten unmittelbar mit ihrer Entwicklungsarbeit verbindet. Sie kann dadurch an der Planung von Gebäuden und Einrichtungen beteiligt sein, die für die lokale Bevölkerung einen langfristigen Nutzen haben.
Das Thilo Kehrer Zentrum ist hierfür ein besonders anschauliches Beispiel. Wziontek entwickelte die Baupläne und begleitete das Projekt im Rahmen ihrer Arbeit für Burundikids. Das Zentrum wurde 2022 offiziell eröffnet.
Auch andere Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen gehören zu den Projekten, die mit Unterstützung von Burundikids umgesetzt wurden. Nach Angaben des Vereins konnten über die Jahre mehrere Schulen, Kinderheime, ein Krankenhaus und weitere Projekte realisiert werden.
Ihre berufliche Ausbildung ist damit nicht nur ein Teil ihrer Vergangenheit, sondern ein Werkzeug, das sie für ihre internationale Arbeit nutzt.
Das Bundesverdienstkreuz für Martina Wziontek
Für ihr langjähriges Engagement wurde Martina Wziontek 2021 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Die Verleihung fand am 30. Juni 2021 im Historischen Rathaus der Stadt Köln statt. Überreicht wurde die Auszeichnung von Kölns damaliger Oberbürgermeisterin Henriette Reker.
Die Auszeichnung würdigte ihr langjähriges Engagement für Menschen in Burundi. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie sich bereits 18 Jahre lang für Burundikids eingesetzt und zahlreiche Reisen nach Burundi unternommen.
Wziontek selbst betrachtete die Auszeichnung nicht ausschließlich als persönliche Ehrung. Sie bezeichnete sie als Anerkennung und Wertschätzung der gemeinsamen Arbeit des gesamten Burundikids-Teams.
Das Bundesverdienstkreuz unterstrich damit die Bedeutung ihres Engagements über die Grenzen der privaten Initiative hinaus.
Martina Wziontek und Bettina Böttinger
Auch durch ihre Verbindung zur bekannten deutschen Fernsehmoderatorin und Journalistin Bettina Böttinger steht Martina Wziontek gelegentlich im öffentlichen Interesse. Die beiden Frauen sind seit 2016 miteinander verbunden. Neuere biografische Darstellungen nennen eine eingetragene Partnerschaft beziehungsweise Ehe und führen Martina Wziontek als Ehefrau von Bettina Böttinger.
Bettina Böttinger hat sich ebenfalls öffentlich mit Burundikids beschäftigt und die Arbeit der Organisation unterstützt. Auf der offiziellen Burundikids-Seite wird sie als prominente Unterstützerin geführt. Dort wird beschrieben, dass sie Burundi selbst besucht hat und von den Menschen und Kindern vor Ort tief beeindruckt war.
Die Verbindung der beiden ist deshalb nicht nur eine private Beziehung. Sie überschneidet sich auch mit Wzionteks langjährigem humanitärem Engagement.
Dennoch steht bei Martina Wziontek vor allem ihre eigene Arbeit im Mittelpunkt. Ihre Bekanntheit beruht in erster Linie auf der Gründung und Leitung von Burundikids sowie auf ihrem Einsatz für Bildung und soziale Entwicklung.
Burundikids heute
Burundikids ist auch heute aktiv und arbeitet weiterhin mit lokalen Partnern in Burundi zusammen. Die Organisation konzentriert sich auf Bildung, Gesundheit, Kinder- und Frauenrechte, Armutsbekämpfung und Umweltschutz.
Die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern ist ein wichtiger Bestandteil des Konzepts. Die Fondation Stamm übernimmt vor Ort wesentliche Aufgaben bei Koordination, Organisation und Kostenkontrolle. Dadurch soll gewährleistet werden, dass Unterstützung möglichst direkt in die Projekte fließt.
Der Verein arbeitet außerdem in Deutschland an der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit. Ehrenamtliche und Mitarbeiter organisieren beispielsweise Veranstaltungen, Vorträge und Diskussionen an Schulen, Universitäten und für die Öffentlichkeit. Dadurch soll das Bewusstsein für Burundi und internationale Zusammenarbeit gestärkt werden.
Auch die Unterstützung des kulturellen Austauschs und der offiziellen Partnerschaft zwischen Burundi und Baden-Württemberg gehört zu den Aktivitäten des Vereins.
Ein langfristiges Vermächtnis
Martina Wzionteks Geschichte zeigt, wie sich ein beruflicher Hintergrund mit persönlichem Engagement verbinden lässt. Sie begann als Architektin und entwickelte daraus eine langfristige humanitäre Aufgabe.
Der entscheidende Schritt war ihre Reise nach Burundi im Jahr 2002. Die dort gewonnenen Eindrücke führten ein Jahr später zur Gründung von Burundikids. Seitdem widmet sie einen großen Teil ihrer Zeit der Unterstützung von Projekten in dem ostafrikanischen Land.
Dabei steht nicht nur die Bereitstellung von Geld oder Sachmitteln im Vordergrund. Bildung, Selbstständigkeit, Gesundheitsversorgung und die Stärkung von Kindern, Jugendlichen und Frauen bilden den Kern der Arbeit.
Ihre Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz zeigt, dass dieses Engagement auch in Deutschland Anerkennung gefunden hat. Gleichzeitig versteht Wziontek ihre Arbeit als gemeinschaftliche Aufgabe, an der zahlreiche Helfer, Partner und Menschen in Burundi beteiligt sind.
Fazit
Martina Wziontek ist eine deutsche Architektin, deren beruflicher Weg eine außergewöhnliche Entwicklung genommen hat. Aus einer Reise nach Burundi im Jahr 2002 entstand eine langfristige humanitäre Aufgabe, die 2003 zur Gründung von Burundikids e.V. führte.
Mit ihrer Organisation engagiert sie sich für Bildung, Gesundheit, Kinder- und Frauenrechte, Armutsbekämpfung und Umweltschutz. Dabei bringt sie ihre architektonischen Kenntnisse in konkrete Projekte ein und hilft, Schulen, Jugendzentren und andere wichtige Einrichtungen zu planen und umzusetzen.
Für ihr jahrzehntelanges Engagement wurde sie 2021 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
Auch ihre Verbindung zu Bettina Böttinger trägt zu ihrer öffentlichen Bekanntheit bei. Entscheidend für ihre eigene Biografie bleibt jedoch ihr Einsatz für Burundi. Martina Wziontek steht damit für eine Form der humanitären Arbeit, die langfristige Perspektiven schaffen und Menschen dazu befähigen möchte, ihre Zukunft selbst zu gestalten.

